|

Wie erkennt man falsche Diamanten?

Echt oder Imitat? Auf den ersten Blick kaum zu erkennen!

Einer der größten Vorbehalte von Privatanlegern gegenüber dem Investment in Diamanten: die Angst, statt einem echten Edelstein ein Imitat oder eine Fälschung zu erhalten. Wie kann man echte von nachgeahmten Diamanten unterscheiden?

Gleich vorweg: Wenn Sie Diamanten nur bei renommierten Anbietern erwerben – jeweils mit Zertifikat eines anerkannten Prüfinstituts (IGI, HRD, EGL) – dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, einen unechten Diamanten untergejubelt zu bekommen.

Es gibt heute aber Diamant-Imitationen, die mit hausgebräuchlichen Schnellprüfmethoden von echten Diamanten nicht mehr zu unterscheiden sind. Dazu gehören insbesondere Steine aus Moissanit, einem dem Diamanten sehr ähnlichen Mineral.

Deutlich leichter zu entlarven sind Zirkonia-Imitate. Sie werden oft bei der Herstellung preisgünstigen Schmucks verwendet.

Worin unterscheiden sich die genannten Mineralien? Woran kann man also einen falschen Diamanten erkennen?

Dichte
Diamanten haben eine geringere Dichte als die genannten Ersatz-Mineralien. Ein hochwertiger einkarätiger Diamant mit Brillant-Schliff besitzt einen Durchmesser von 6,5 mm. Ein Zirkonia-Brillant mit gleichem Gewicht hat einen Durchmesser von nur 5,4 mm. Oder anders ausgedrückt: Ein echter Brillant mit einem Durchmesser von 5,4 mm würde lediglich 0,57 Karat auf die Waage bringen.

Info: Wer schon einmal Gold in der Hand hatte: Gold ist mit einer Dichte von 19,32 g/cm3 bei gleichem Volumen deutlich schwerer als alle der genannten Mineralien.

Wärmeleitung
Bei Berührung fühlen sich Diamanten kälter als andere Materialien. Beim Anfassen muss sich der echte Stein dagegen sehr schnell erwärmen. Zirkonia leiten Wärme besonders schlecht.

Lichtbrechung
Zeichnen Sie einen dünnen Strich auf einen weißes Blatt Papier. Legen Sie den Diamanten mit der „Tafel“ (der flachen Stelle des geschliffenen Steins) auf den Strich. Der Strich ist beim Blick durch einen echten Diamanten nicht zu sehen. Bei einer Zirkonia-Imitation wird man ihn, vermutlich etwas gekrümmt, wahrnehmen können.

Anhauchen
Hauchen Sie den Stein an. Bei Diamanten muss der Beschlag (Wasserdampf) schnell wieder verschwinden. Bei anderen Materialien hält er sich länger auf dem Material.

Betropfen
Geben Sie einen kleinen Wassertropfen auf die Tafel des Steins. Der sollte hoch auf der Fläche stehen. Bei anderen Materialien läuft der Tropfen schnell ab oder verteilt sich schnell auf dem Mineral.

Physikalische Unterschiede im Überblick

MaterialMohs-HärteDichteLichtbrechungDoppelbrechungLichtstreuung (Dispersion)
Diamant103,52 g/cm3n = 2,417 - 2,435anormal0,044
Moissanit9,53,22 g/cm3n = 2,648 - 2,691deutlich0,104
Zirkonia8,55,56 g/cm3n = 2,150 - 2,180keine0,058 - 0,066
YAG (Y-Al-Granat)8,54,55 g/cm3n = 1,833keine0,028
GGG (Gd-Ga-Granat)6,57,05 g/cm3n = 1,970keine0,045
YAP (Y-Al-Perowskit)6,58,75 g/cm3n = 1,929 - 1,952mittel0,058

Quelle: www.rohdiamant.de

Bei Moissanit fallen die Unterschiede zum Diamanten deutlich weniger oder gar nicht auf. Zirkonia sollte man mit den oben genannten Methoden auch als Laie unterscheiden können.

Zuverlässig prüfen lassen kann man seinen Stein bei speziellen Instituten, die mit entsprechenden Messgeräten Imitate von echten Stücken unterscheiden können. Der Preis für synthetisch hergestellte Diamanten wird von Experten übrigens auf etwa ein Drittel dessen geschätzt, was ein echter Diamant kostet.  Mehr zum Thema Diamantkauf

Diamantwerte

Abonnieren Sie den kostenlosen Diamantwerte-Newsletter!

Short URL: https://www.diamantwerte.de/?p=424

Antworten

Letzte Kommentare

  • Kommentar zu Diamantenpreise seit 2013 rückläufig von Edelstein 4. Mai 2018 09:58
    De Beers hat ja quasi ein Monopol in diesem Markt. Entsprechend können die auch weitgehend Einfluss auf die Preise nehmen. Dafür scheint es in negativer Hinsicht kaum anzeichen für Preismanipulationen zu geben. Es fehlen auch die entsprechenden Derivate, mit denen das möglich wäre. […]
  • Kommentar zu Diamantenpreise seit 2013 rückläufig von Peter Trom 4. Mai 2018 09:27
    Der Markt ist ziemlich undurchsichtig, weil ja jeder Stein ein Unikat ist und auch die Anbieter meiner Einschätzung nach keinen großen Wert auf Transparenz legen. Mit Diamanten lässt sich noch viel Geld verdienen. Im Gegensatz etwa zu Edelmetall. Hier sind die Margen extrem geschrumpft. […]