|

Synthetische Diamanten: Gefahr für Branche und Anleger?

Website eines Anbieters von synthetischen Diamanten: Die Labor-Steine sind mit bloßem Auge nicht von natürlichen zu unterscheiden.

Ausgereifte technische Verfahren lassen es heute zu, Diamanten im Labor zu züchten, die von echten Steinen kaum zu unterscheiden sind. Die Diamanten-Branche überlegt noch, wie mit der Vermehrung der künstlichen Konkurrenten umzugehen ist.

Sie sehen aus wie echte Diamanten und im Grunde sind sie es auch. Es hat allerdings nicht Jahrhunderte gedauert, bis sich ihre Struktur aus reinem Kohlenstoff, sowie jeder Menge Hitze und Druck entwickelt haben. In 80 bis 100 Stunden schaffen es Alchemisten heute rund um die Welt, kleine künstliche Diamanten zu züchten. In dem sie den komplizierten, natürlichen Kristallisationsprozess im Labor nachahmen. Das Endprodukt ist etwa 30 Prozent günstiger, als der Rohdiamant aus der Mine und mit einfachen Prüfmethoden nicht von dem Naturprodukt zu unterscheiden.

Diamanten-Labor
Mittlerweile hat sich eine ansehnliche eigene Industrie gebildet, die in Florida oder Heilbronn Diamanten für die Schmuckbranche synthetisiert. Doch wie reagiert die etablierte Diamanten-Branche auf die mögliche Inflation günstiger Industrie-Diamanten? „Ich habe kein Problem mit synthetisch hergestellten Diamanten, solange das seriös läuft“, erklärt Dieter Hahn, Chef einer Diamanten-Schleiferei aus Idar-Oberstein gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Diese Diamanten müssten eben als synthetisch hergestellt deklariert werden, damit der Käufer weiß, was er erwirbt.

Ausgereifte Synthese
Die praktische Unterscheidung von „echt“ und „echt synthetisiert“ fällt selbst Prüflabors schwer. Die wichtigsten Echtheitsmerkmale eines Diamanten (die „vier C“) kann man auch bei dem Stein aus der Retorte in vollendeter Ausprägung finden. In den USA machten Redakteure laut FAZ.net sich den Spaß, drei Steine von Experten prüfen zu lassen. Einer der Brocken kam aus dem Labor. Er wurde zunächst nicht als synthetischer Diamant erkannt, sei dann aber doch aufgeflogen, nachdem man ultraviolettes Licht eingesetzt habe. Auch der kurze Kristallisierungsprozess hinterlässt Spuren im Kunstdiamanten. Sie können aber nur von echten Fachleuten identifiziert werden.

Die großen der Minen-Branche planen dennoch vor. Laut Pressinformationen, denkt der Diamanten-Gigant De Beers darüber nach, seine Steine künftig mit einer Lasergravur ausstatten, um die Stücke eindeutig zu markieren. Für Anleger gilt so oder so: Diamanten nur bei seriösen Anbieter kaufen und auf anerkannte Zertifikate achten. ♦

Diamantwerte

Abonnieren Sie den kostenlosen Diamantwerte-Newsletter!

Short URL: https://www.diamantwerte.de/?p=477

Antworten

Letzte Kommentare

  • Kommentar zu Diamantenpreise seit 2013 rückläufig von Edelstein 4. Mai 2018 09:58
    De Beers hat ja quasi ein Monopol in diesem Markt. Entsprechend können die auch weitgehend Einfluss auf die Preise nehmen. Dafür scheint es in negativer Hinsicht kaum anzeichen für Preismanipulationen zu geben. Es fehlen auch die entsprechenden Derivate, mit denen das möglich wäre. […]
  • Kommentar zu Diamantenpreise seit 2013 rückläufig von Peter Trom 4. Mai 2018 09:27
    Der Markt ist ziemlich undurchsichtig, weil ja jeder Stein ein Unikat ist und auch die Anbieter meiner Einschätzung nach keinen großen Wert auf Transparenz legen. Mit Diamanten lässt sich noch viel Geld verdienen. Im Gegensatz etwa zu Edelmetall. Hier sind die Margen extrem geschrumpft. […]