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Sachwerte schützen vor schleichender Enteignung

Krugerrand Diamant

Der Vorläufer des Krügerrands – Mischprodukte aus Münzen und Diamantenstaub (Quelle: http://www.muenzkurier.de/)

Die letzte Krise setzt den Banken scheinbar noch immer zu – die Kreditvergabe an die Unternehmen der Realwirtschaft schwächelt weiterhin. Mit einigen geldpolitischen Maßnahmen versucht die Politik derzeit, die Konjunktur wieder in Gang zu bringen – mit erheblichen Konsequenzen für die Sparer.

Die Senkung des Leitzinses durch die EZB wird seit Jahren praktiziert und hat folgende Auswirkungen: Die Banken können sich zu einem geringeren Zinssatz bei der EZB Geld leihen. Davon verspricht die Zentralbank sich eine erhöhte Kreditvergabe der Banken an die Realwirtschaft. Durch günstige Kredite sollen wiederum Investitionsanreize bei den Unternehmen geschaffen werden, die die lahmende europäische Konjunktur ankurbeln sollen.

Für Vermögen ist diese Art der Geldpolitik allerdings nachteilig: Wenn Geld bei der EZB so preiswert zu bekommen ist, verringert sich auch die Verzinsung auf das Ersparte. Gleichzeitig verliert das Geld an Wert, die Inflation schraubt sich hoch. In der Folge werfen Anlageformen wie Sparbücher so wenig Zinsen ab, dass Sie nicht einmal einen Ausgleich für die Inflation bieten – Fachleute sprechen schon von einer schleichenden Inflation. Während die klassischen Geldanlagen immer stärker an Attraktivität verlieren, nimmt die Bedeutung alternativer Kapitalanlage zu.

Diamanten: Positive Wertentwicklung prognostiziert

Bei Diamanten handelt es sich um eine davon: In den Jahren 2007 bis 2012 sind die Werte von Diamanten höchster Güte um 35 Prozent angestiegen – einkarätige Diamanten hoher Reinheit und bester Farbe sind Zeiten unsicherer Kapitalmärkte gefragt. Der Run auf solide Wertanlagen kommt nicht unerwartet, bisher bescherte eine solche Phase vor allem Edelmetallen wie Gold und Silber eine Wertsteigerung. Branchenexperten sehen deren Potenzial aber zwischenzeitlich als erschöpft an. Denn wer in Betracht gezogen hat, sein Kapital derart zu investieren, hat dies schon längst getan – was eine Wertsteigerung aufgrund erhöhter Nachfrage in den kommenden Jahren eher unwahrscheinlich macht. Wenn Sie in Diamanten investieren, können Sie genau davon profitieren. Edelsteine führten aus Sicht der Anleger lange Zeit ein Schattendasein, was eine Investition jetzt so lukrativ erscheinen lässt. Fachleute halten eine Verdopplung des Wertes von Diamanten bis zum Jahr 2020 durchaus für möglich. Risiken bestehen eher im Kauf minderwertiger Ware, die vom Laien kaum als solches zu erkennen ist. Wenn Sie Diamanten als Wertanlage in Betracht ziehen, sollten Sie daher auf zertifizierte Reinheit Wert legen.

Investment in Münzen

Von der generellen Tendenz, in Krisenzeiten in Sachwerte zu investieren, profitiert derzeit auch der Wert von Sammlermünzen. Die aktuellen Steigerungen sind zum Teil auch den hohen Goldpreis zu erklären, mehr noch leistet aber die gestiegene Nachfrage ihren Beitrag zu Rekordsummen am Markt. Grundsätzlich sind auch künftig noch Wertsteigerungen möglich. Wie bei Kunst und Briefmarken gilt aber auch hier: Spitzenstücke mit hohem Wert behalten und mehren diesen auch. Ansonsten bestehen vor allem zwei Risiken: Zum einen kommen immer wieder Münzsammlungen auf den Markt, die bisher gänzlich unbekannt waren und den Wert bestimmter Münzen mindern. Mittlerweile sind auch Mischprodukte, Münzen besetzt mit Diamantenstaub oder Diamanten, auf dem Markt. Diese Formen sind meist neuer Natur und gelten als ein Werk der Neuzeit.

Kapitalanlage in Briefmarken vor allem für Sammler interessant

Noch deutlich unkonventioneller ist die Wertanlage in Briefmarken. Hierbei ist eine zuverlässige Wertprognose allerdings schwierig zu treffen. Besonders wertvolle Stücke behalten ihren Wert auch auf längere Sicht, die Taxierungen sind hier zuverlässig. Bei geringeren Werten sind allerdings durchaus auch Schwankungen möglich – der Sinn einer Kapitalanlage erscheint hier fraglich. Weil mit großen Verlusten aber kaum gerechnet werden muss, eignet sich die Briefmarkensammlung vor allem als Hobby, welches nicht viel Geld kostet. Sollten Sie die Lust am Sammeln einmal verlieren, können Sie die Briefmarken meist wieder veräußern, ohne nennenswerte wirtschaftliche Einbußen verzeichnen zu müssen. Dennoch: Wenn Sie auf das Geld angewiesen sind, sollten Sie sich für andere Anlageformen entscheiden. Neulinge benötigen zudem Beratung von Fachleuten.

Spitzenkunstwerke zeigen sich wertstabil

Berechenbarer erscheint hier schon ein Investment in Kunst. Experten der Finanzbranche raten ohnehin dazu, das Risiko zu streuen, um auch unvorhersehbare Turbulenzen auf den Kapitalmärkten ohne große Verluste zu überstehen. Auch hier gilt: Spitzenwerke behalten ihren Wert; Preissteigerungen fallen aber nur moderat aus. Einige Künstler hingegen sind durchaus noch unterbewertet, was künftig eine hohe Rendite ermöglichen kann. Stücke von Gerhard Richter belegen dieses Potenzial mit einem beeindruckenden Beispiel: Vor 30 Jahren noch zu Preisen von rund 100.000 Euro veräußert, können sie heute durchaus bis zu 15 Millionen einbringen. Fraglos ist dazu aber auch eine Expertise notwendig, die die meisten Anleger nicht mitbringen. Fachleute empfehlen tendenziell eine Investition in zeitgenössische und impressionistische Kunst, weil hier die größten Wertsteigerungen möglich seien. Allerdings: So krisenfest bedeutende Kunstwerke auch sind, für die breite Masse der Gemälde gilt dies nicht. Der Kunstmarkt reagiert bisweilen schnell und wenig kalkulierbar, viele Stücke können durchaus schnell und ohne erkennbare Vorzeichen an Wert verlieren. ♦

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Letzte Kommentare

  • Kommentar zu Diamantenpreise seit 2013 rückläufig von Edelstein 4. Mai 2018 09:58
    De Beers hat ja quasi ein Monopol in diesem Markt. Entsprechend können die auch weitgehend Einfluss auf die Preise nehmen. Dafür scheint es in negativer Hinsicht kaum anzeichen für Preismanipulationen zu geben. Es fehlen auch die entsprechenden Derivate, mit denen das möglich wäre. […]
  • Kommentar zu Diamantenpreise seit 2013 rückläufig von Peter Trom 4. Mai 2018 09:27
    Der Markt ist ziemlich undurchsichtig, weil ja jeder Stein ein Unikat ist und auch die Anbieter meiner Einschätzung nach keinen großen Wert auf Transparenz legen. Mit Diamanten lässt sich noch viel Geld verdienen. Im Gegensatz etwa zu Edelmetall. Hier sind die Margen extrem geschrumpft. […]